Geschichte der Pfarrkirche Dreistetten

Pfarrkirche DreistettenDie Pfarrkirche Dreistetten, vermutlich zwischen 1300 und 1400 als Kapelle gegründet, war schon früh eine eigenständige Pfarre mit wechselvoller Geschichte.

Schon im Jahr 1544 wird im Pfarrvisitationsbuch „Trostetten“ als „Capelle auf einen Priester fundiert“ bezeichnet.

Zeitweilig für mehrere Nachbarorte zuständig, dann wieder aus wirtschaftlicher Not heraus unbesetzt, während der Reformation evangelisch und als eine der letzten Pfarren im Umkreis im Zuge der Gegenreformation wieder katholisch – ein stetes auf und ab kennzeichnete den Weg der Pfarre Dreistetten.

Um 1720 widmete der Graf von Heissenstein, Inhaber der Burg Starhemberg, zusätzliche Güter zum Unterhalt des Pfarrers, sodaß von 1722 bis 1970 durchgehend immer ein Pfarrer in Dreistetten eingesetzt war.

Seit 1970 teilt sich Dreistetten, nach wie vor eine eigene Pfarre, den Pfarrer mit der Marktgemeinde Piesting.

 

Zeittafel der Pfarrkirche Dreistetten

1300 … 1400 Errichtung der Kapelle in Dreistetten (heutigeSakristei), in weiterer Folge Erweiterung um einen gotischen Chorquadratsaal (heutiger Altarraum). Unterhalb des Altarraumes befindet sich eine Gruft, möglicherweise einst die Ruhestätte von Familienmitgliedern der Grafen Heissenstein.

 1429 Die Chronik weist Jakob Seybold als ersten Priester auf

1470 Eintragung der Pfarre im Pfarrverzeichnis der Erzdiozese Salzburg

um 1540 im Zuge der Reformation protestantisch

um 1648 Gegenreformation – Dreistetten wird wieder katholisch

 16.Jh Zubau des Langhauses (heutiges Kirchenschiff) in einfacher Bauart mit barocken Fenstern und einer glatten Holzdecke

1860 Errichtung des gemauerten Glockenturms an seiner heutigen Stelle, zuvor war der Glockenturm in Holzbauweise über dem gotischen Chorquadratsaal, später in Holzbauweise auf der Westseite der Kirche angebracht.

Im Zuge der Errichtung des Glockenturms wurde auch der Eingang in die Kirche von der Südseite des Kirchenschiffs (heute noch sichtbar als Mauernische bzw. außen als Bogen) in den Turm verlegt.

1939 … 1945 Im Zuge des 2. Weltkrieges wurden, wie auch in vielen anderen Kirchen, die Glocken von staatlicher Stelle konfisziert und für die Rüstungsproduktion eingeschmolzen.

Gegen Ende des zweiten Weltkrieges wurde die Pfarrkirche ebenso wie der gesamte Ort durch die Kämpfe zwischen russischen und deutschen Truppen schwer beschädigt.

1955 Weihe der neuen Glocken

1985 Renovierung der Kirche, hierbei wurden im Chorquadratsaal unter mehreren Farbschichten Fresken entdeckt, die aber aus Kostengründen aber nicht freigelegt werden konnten.

1996 Errichtung der neuen Orgel

2016 Neue Kirchenbänke, gefertigt aus Dreistetter Bäumen